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Seit mehr als drei Jahrzehnten bringt der Deutsche EDV-Gerichtstag Vertreterinnen und Vertreter aus Justiz, Wissenschaft, Verwaltung und IT-Wirtschaft zusammen. Unter dem Motto „Daten, KI und Recht“ standen in 2026 insbesondere die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die juristische Praxis im Mittelpunkt.
Digitalisierung der Justiz bleibt ein zentrales Zukunftsthema
Als Aussteller war Westernacher Solutions mit einem eigenen Stand vor Ort vertreten. Ziel der Teilnahme war es, den Austausch mit relevanten Akteuren der digitalen Justiz zu vertiefen, aktuelle Anforderungen der Branche besser zu verstehen und eigene Lösungsansätze für die Digitalisierung juristischer Prozesse sichtbar zu machen. Der EDV-Gerichtstag zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen für die Zielgruppen, die auch Westernacher Solutions adressiert: Gerichte, Justizministerien, Justizverwaltungen, Notariate und weitere Institutionen des öffentlichen Sektors.
Unsere Erwartungen an die Veranstaltung wurden erfüllt: In zahlreichen Gesprächen mit Fach- und Entscheidungsträgern bestätigte sich, dass die Digitalisierung der Justiz weiter an Fahrt aufnimmt. Besonders deutlich wurde das Interesse an Technologien, die bestehende Verfahren effizienter gestalten und Mitarbeitende bei administrativen Aufgaben entlasten können.
KI wird zum Beschleuniger juristischer Fachverfahren
Ein zentrales Diskussionsthema war die Frage, wie sich Fachverfahren künftig durch den Einsatz von KI beschleunigen lassen. Viele Akteure beschäftigen sich derzeit mit der Herausforderung, steigende Fallzahlen, begrenzte personelle Ressourcen und hohe Qualitätsanforderungen miteinander in Einklang zu bringen.
Dabei verändert sich die Sicht auf Künstliche Intelligenz zunehmend. Während in den vergangenen Jahren häufig grundsätzliche Chancen und Risiken diskutiert wurden, standen in Saarbrücken verstärkt konkrete Einsatzszenarien im Fokus. Dazu zählen beispielsweise die Unterstützung bei Recherchen, die Analyse großer Dokumentenmengen oder die automatisierte Aufbereitung von Informationen für juristische Entscheidungen. Die Frage ist vielerorts nicht mehr, ob KI eingesetzt werden sollte, sondern wie ein rechtskonformer und souveräner Einsatz gestaltet werden kann.
Bias bleibt eine Herausforderung für vertrauenswürdige KI
Einen wichtigen Beitrag zu dieser Diskussion leistete Dr. Maria Börner, Leiterin des Competence Centers AI bei Westernacher Solutions. Als Referentin im offiziellen Fachprogramm sprach sie gemeinsam mit weiteren Expertinnen über das Thema „Bias und juristischer KI-Einsatz – Neutralität ist keine Eigenschaft von Trainingsdaten“. Im Mittelpunkt standen die Risiken verzerrter Trainingsdaten und deren mögliche Auswirkungen auf juristische Entscheidungen.
Die Diskussion verdeutlichte, dass die Qualität und Herkunft von Trainingsdaten künftig eine noch wichtigere Rolle spielen werden. KI-Systeme können zwar wertvolle Unterstützung leisten, übernehmen jedoch auch vorhandene Verzerrungen aus Datenbeständen oder Nutzungskontexten. Gerade im sensiblen Umfeld der Justiz ist daher ein verantwortungsvoller Umgang mit KI erforderlich. Transparenz, Nachvollziehbarkeit und die kontinuierliche Überprüfung von Ergebnissen werden zu wichtigen Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz entsprechender Lösungen.
Cloud-Technologien gewinnen an Bedeutung
Ein weiteres Thema, das sich durch viele Gespräche und Fachveranstaltungen zog, war die zukünftige Rolle von Cloud-Technologien in der Justiz. Während in den vergangenen Jahren häufig noch Zurückhaltung gegenüber Cloud-Modellen zu beobachten war, zeichnet sich zunehmend ein differenzierterer Blick auf das Thema ab. Zumal die großen, bundeseinheitlichen Justiz-Fachverfahren (u.a. “GeFa” als Cloud-Pilot sowie “dabag” und “AuRegis”) Richtung gemeinsamer Justiz-Cloud streben.
Viele Organisationen prüfen derzeit, wie sich moderne Plattformen und Cloud-basierte Infrastrukturen mit den hohen Anforderungen an Datenschutz, Informationssicherheit und digitale Souveränität vereinbaren lassen. Die Diskussionen auf dem EDV-Gerichtstag machten deutlich, dass Cloud-Technologien perspektivisch auch in der Justiz eine größere Rolle spielen werden, insbesondere dann, wenn sie den Anforderungen an Sicherheit und Kontrolle gerecht werden.
Sichtbarkeit schaffen und Dialog fördern
Für Westernacher Solutions stand neben der fachlichen Diskussion vor allem der Austausch mit der Community der digitalen Justiz im Vordergrund. Zahlreiche Fachgespräche lieferten wertvolle Einblicke in aktuelle Herausforderungen, zukünftige Anforderungen und die strategische Ausrichtung vieler Institutionen.
Darüber hinaus stieß das geplante Webinar „Souveräne KI in der Justiz“ bereits während der Veranstaltung auf Interesse. Viele Besucher meldeten sich direkt für die im Oktober stattfindende Veranstaltung an, in der Westernacher Solutions den praktischen Einsatz souveräner KI-Lösungen im Justizumfeld näher beleuchten wird.
Fazit
Der EDV-Gerichtstag 2026 hat gezeigt, dass die Digitalisierung der Justiz in eine neue Phase eintritt. Themen wie vertrauenswürdige KI, die Vermeidung von Bias, die Modernisierung von Fachverfahren und die Nutzung moderner Cloud-Technologien bestimmen zunehmend die Agenda von Gerichten, Ministerien und IT-Verantwortlichen.
Für Westernacher Solutions bestätigte die Veranstaltung, dass der Bedarf an praxistauglichen, sicheren und zukunftsfähigen Lösungen weiter wächst. Der persönliche Austausch mit den Akteuren der digitalen Justiz bleibt dabei unverzichtbar, um technologische Entwicklungen in konkrete Mehrwerte für Justiz und Verwaltung zu übersetzen.
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