Zentrales
Testamentsregister

Die Hauptaufgaben des durch die Bundesnotarkammer betriebenen zentralen Testamentsregisters (ZTR) ist die Registrierung erbfolgerelevanter Urkunden und bei Eintreten eines Sterbefalls die elektronische Benachrichtigung des zuständigen Nachlassgerichts über vorliegende Testamente und nichteheliche Kinder. Die erbfolgerelevanten Urkunden werden durch Gerichte und Notare (Melder) registriert. Dementsprechend greifen über das Internet ca. 15.000 Anwender(Notariate, Gerichte, Standesämter) auf das Testamentsregister zu. Alle Sterbefälle in Deutschland (ca. 850.000 jährlich) werden per OSCI von den Standesämtern dem ZTR gemeldet und mit den registrierten Urkunden abgeglichen. Bei einem Treffer wird das Nachlassgericht benachrichtigt und die Verwahrstelle zur Ablieferung der Urkunde aufgefordert. Täglich werden ca. 3000 Urkundenregistriert.

Westernacher Solutions hat im Auftrag der Bundenotarkammer die erforderliche Lösung implementiert. Damit ist seit Anfang 2012 das papiergebunden Verfahren vollständig abgelöst. Die Überführung der in den Standesämtern vorliegenden 15 Millionen papierbasierten Verwahrungsnachrichten wird sukzessive auf Basis der von Westernacher Solutions errichteten Lösung durchgeführt.

Als Basis wurde eine service-orientierte Architektur gewählt, auf der dann das eigentliche Register als auch die Implementierung und Anbindung der erforderlichen Fachverfahren erfolgte. Wesentliche Bestandteile sind

  • eine Plattform für effiziente und sichere elektronische Kommunikation zwischen Notaren, Gerichten und Standesämtern, basierend auf OSCI und EGVP
  • ein eigener Intermediär der Bundesnotarkammer verbunden mit einer eigenen SAFE-Domainfür Notare. Damit können Notare mit ihren bei der Bundesnotarkammer vorliegenden Zugangsdaten Dienste anderer Behörden nutzen, für die sie bisher eigene Zugangsdaten benötigen
  • Ein auf SAFE basierendes Identity Management mit Single Sing On (SSO) sowie der Anbindung fremder Trusted Domains basierend auf einer Vertrauensstellung zwischen den Domains. Gerichte authentifizieren sich mit den Zugangsdaten und Berechtigungen, die ihnen in ihrer eigenen SAFE-Domain zugeteilt wurden und dort verwaltet werden.

Darüber hinaus sind Verfahren wie Dokumenten-ManagementInput-Management, ein Enterprise-Portal, weitere KommunikationsdiensteAbrechnung und Rechnungsstellung und die separate Stammdaten-Verwaltungen für Notare, Gerichte und Standesämter Bestandteile der Lösung.